Vorwort

Edward Cox, Principal, und Simon Whatson, Vice President bei Efficio, fordern Einkaufsleiter dazu auf die Kluft zwischen strategischen ESG-Initiativen auf Führungsebene und der Implementierung eines umsetzbaren Plans zu überbrücken.


Nachhaltigkeit: Nicht reden, sondern liefern!

Nachhaltigkeit hat sich vom Nebenschauplatz zum Mainstream-Thema entwickelt. Auf Grund des verstärkten Interesses von Verbrauchern, Finanzmärkten, Regierungen und Beschäftigten müssen Unternehmen umfassend bewerten, wie sie anhand einer Reihe von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) abschneiden. Ermutigend dabei ist, dass ESG-Themen eine ausgezeichnete Chance für Unternehmen bieten, um Innovation zu fördern, die Produktivität und die Loyalität ihrer Mitarbeiter zu erhöhen und den Ruf ihres Unternehmens zu verbessern. Was früher reine Theorie war, ist jetzt Teil eines globalen Bewusstseins.

Dies ist Anlass zu großem Optimismus. Über 300 bekannte Unternehmen haben sich der Climate Pledge verpflichtet. Die Unterzeichner streben an, die Ziele des Pariser Klimaabkommens 10 Jahre früher zu erreichen.

Aber Optimismus allein hat die Welt noch nie verändert. Die Engagements von Unternehmen sind zwar vielversprechend, doch die nächste Etappe wird deutlich schwieriger, wenn es um die operative Umsetzung der ESG-Strategie geht.

Durch gründliche Befragungen und Gespräche mit über 1.000 Business Leadern und Einkäufern haben wir versucht, den tatsächlichen Status der ESG-Agenda und ihre Beziehung zum Einkauf und zu den Einkäufern zu verstehen. Wir wollten wissen, ob wir uns auf der Erfolgsspur befinden oder, falls nicht, was falsch läuft und was sich ändern muss.

Wir haben auch versucht, zu verstehen, wer eine Führungsrolle einnimmt, welche Rolle der Einkauf derzeit spielt und welche Rolle er in Zukunft spielen muss.

Dieses Vorgehen hat uns in dem Glauben bestärkt, dass der Einkauf zusammen mit dem Engagement der Führungsebene ausschlaggebend dafür ist, dass Unternehmen ihre ESG-Ziele erfolgreich erreichen. 

Wie schafft der Einkauf das?

Um den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit zu schaffen und Betriebs- und Reputationsrisiken effizient zu verringern, muss der Einkauf fokussierte Maßnahmen ergreifen. Einkäufer müssen ihre Lieferketten bewerten und neue Einkaufsstrategien umsetzen. Sie müssen auf eine umfassendere Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten hinarbeiten und brauchen klare Maßnahmen und Ziele.

Die Ausrichtung des Einkaufs hat sich vom klassischen Kostenmanagement entfernt und dem Gesamtwert (Total Value) zugewandt, bei dem Nachhaltigkeit ein wichtiger Wertschöpfungshebel ist.

Wir freuen uns, Ihnen unsere jüngste Studie vorzustellen, die Einblicke von sowohl Business Leadern als auch Einkäufern in die Transformation der Unternehmenslandschaft bietet. Dabei wird das Ausmaß der Probleme, mit denen Einkaufsteams derzeit konfrontiert werden, und die Herausforderungen bei der Umsetzung der ESG-Strategie innerhalb der Lieferketten betrachtet. Die Herausforderungen sind signifikant, aber keineswegs unüberwindbar.

Jetzt lesen

Zusammenfassung

Teil 1: ESG als Schlüsselelement der Vorstandsagenda 

Während zwei der fünf strategischen Prioritäten der Business Leader auf ESG ausgerichtet sind, stehen die traditionellen Geschäftsziele weiterhin im Vordergrund. Ist damit die Priorisierung von ESG weitgehend ein Lippenbekenntnis oder steckt eine echte Absicht dahinter?

Weltweit ist ökologische Nachhaltigkeit (47%) nach der Digitalisierung (49%) das zweitwichtigste strategische Projekt, in das Unternehmen investieren.

67% der Business Leader stimmen der Aussage zu, dass übertriebene Versprechungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsziele ein erhebliches Reputationsrisiko für ihr Unternehmen darstellen.

Von jenen, die Ziele für eine Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen festgelegt haben, gaben nur 33% an, dass sie sehr zuversichtlich sind, dass ihr Unternehmen diese Ziele erreichen kann. 

Teil 2: Aktuelle Herausforderungen für Einkaufsteams

Damit der Einkauf eine führende Rolle bei der Erreichung von ESG-spezifischen Verbesserungen spielen kann, muss er mehrere Herausforderungen meistern.

Weniger als zwei von fünf Einkaufsteams (38%) erfassen Kennzahlen zur Nachhaltigkeit der Lieferkette, um den Erfolg ihres Teams zu messen. 

50% der Einkäufer sehen es als eine der größten Herausforderungen an, Mitarbeiter mit den richtigen Kenntnissen und Fähigkeiten einzustellen und zu halten. 

Knapp die Hälfte (49%) der Einkaufsleiter sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Aufgaben des Einkaufs von der Geschäftsführung nicht anerkannt werden. 

 

Teil 3: Neue Potenziale im Einkauf nutzen

Einkaufsleiter haben eine strategische Vorstellung vom Aufgabenbereich des Einkaufs, müssen aber den Teams und den Führungskräften erst noch seinen Wert vor Augen führen. 

 

Unternehmensführung

Nachhaltigkeit

69% der Einkaufsleiter weltweit glauben, dass es zu den Aufgaben des Einkaufs gehört, eine gute Unternehmensführung in Bezug auf Nachhaltigkeit sicherzustellen, im Vergleich zu nur 41% der gesamten befragten Einkäufer.

67% der Einkaufsleiter glauben, dass es zu den Aufgaben des Einkaufs gehört, für Nachhaltigkeit zu sorgen, im Vergleich zu nur 42% der befragten Einkäufer.  

Nur 35% der Einkäufer sind der Ansicht, dass es zu den Aufgaben ihres Teams gehört, eine unternehmensweite Strategie zu formen.

 

Teil 1: ESG als Schlüsselelement der Vorstandsagenda

Während zwei der fünf wichtigsten strategischen Prioritäten von Unternehmensleitern auf ESG ausgerichtet sind, stehen die traditionellen Geschäftsziele weiterhin im Vordergrund. Ist die Priorisierung von ESG weitgehend ein Lippenbekenntnis oder echte Absicht?

Jetzt lesen