EXPERTENMEINUNG

Paul Ekins OBE  
Professor of Energy and Environment Policy
UCL

Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftswachstum und ökologischer Nachhaltigkeit teilt Professor Ekins seine Erkenntnisse darüber, wie sich der Klimawandel in den kommenden Jahren auf unser Leben auswirken wird und welche Maßnahmen Unternehmen, Regierungen und Einzelpersonen ergreifen können, um die Auswirkungen zu mildern.

Durch die Beurteilung und Prüfung von Lieferanten kann der Einkauf entscheidend für die Reduzierung von Scope 3-Emissionen sein.

Eine Krise der Natur 

Obwohl der Klimawandel schon eine ganze Weile ein zentrales Thema im öffentlichen Diskurs ist, glaubt Professor Ekins, dass die Weltbevölkerung das Ausmaß der Krise und ihre potenziellen Folgen noch immer unterschätzt.

„Globale Emissionen und Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre steigen unausweichlich und liegen irgendwann deutlich außerhalb des klimatischen Spektrums, in dem es der Menschheit gut geht. Klimaereignisse werden sich häufen und verschlimmern, so dass bestimmte Gebiete vollständig unbewohnbar werden. Millionen Menschen werden auf der Flucht sein, wodurch beispielloser Druck auf die Weltgemeinschaft entsteht. Die Öffentlichkeit wird überrascht sein, wenn Gesellschaften und ihre Lebensweise plötzlich zum Stillstand kommen,“ so seine Warnung.

Ekins ergänzt, dass neben den Sorgen um CO2-Emissionen und Erderwärmung noch ein anderer Umweltnotstand bis jetzt kaum Beachtung fand. „Das Artensterben wird immer besorgniserregender. Die Welt erlebt inzwischen ihr sechstes großes Massensterben, vergleichbar mit dem Verschwinden der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren. Zwar hat es auch früher schon Massensterben gegeben, aber diesmal ist es das erste, dass von einer anderen Spezies in Gang gesetzt wurde: dem Menschen.“

Hindernisse für schnelle Maßnahmen

Während Ekins betont, dass Regierungen, Unternehmen und Bürger bei Veränderungen eine Rolle spielen müssen, erkennt er auch an, wie komplex der Versuch ist, Nachhaltigkeitsziele mit wirtschaftlicher Entwicklung in Einklang zu bringen.

„Regierungen wagen es nicht, drastischere Maßnahmen in Form von politischen Maßnahmen und Besteuerung zu ergreifen, weil sie befürchten, dass die Bürger sie abwählen. Dann führt die Untätigkeit der Regierungen dazu, dass Bürger glauben, dass die Lage nicht so ernst ist, wie die Wissenschaftler sagen. Gleichzeitig versuchen Unternehmen, auf einem hart umkämpften Markt zu bestehen, auf dem Investoren gute Quartalszahlen sehen wollen, und warten auf eine staatliche Regulierung, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen und es ihnen zu ermöglichen, mehr für Nachhaltigkeit auszugeben,“ so Professor Ekins.

Auf Grund der Sackgasse, in der sich diese drei großen Stakeholder befinden, gab es laut Ekins bisher kaum Fortschritte.

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