Schon lange sind Diversität und Inklusion (D&I) ein wesentlicher Bestandteil betrieblicher Anstrengungen in Bezug auf das Umwelt-, Sozial- und Unternehmensmanagement. Insbesondere weil sie zur Lösung von Problemen wie der geschlechtsspezifischen Lohnlücke beitragen und weitreichendere Diversitäts- und Inklusionspolitiken am Arbeitsplatz bewirken. Während der letzten Jahre führte dies geradewegs zu einem Handlungsgebot, da der globale Fokus auf Ungerechtigkeiten rund um ethnische Ungleichheiten, sexuelle Belästigung, Diskriminierung der sexuellen Ausrichtung, Genderungleichheiten und mehr gelegt wurde.

Wir sind gegenwärtig Zeugen eines sozialen Wandels und die Öffentlichkeit fordert, Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz endlich ernst zu nehmen. Im Fokus stehen heute aber auch Unternehmen, deren Engagement eingefordert wird, um gesellschaftliche Ungleichheiten anzugehen und nicht zuletzt in ihren Betrieben, Belegschaften und über ihre Lieferketten hinweg ein deutliches Zeichen zu setzen.

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Forschungsergebnisse belegen, dass sich Verbraucher Marken wünschen, die mehr Diversität verkörpern. Daten von Adobe zeigen zudem, dass ein Drittel (34%) der Erwachsenen sich bereits vorübergehend bzw. dauerhaft von Marken abwandte, die sie ihrer Meinung nach nicht genügend repräsentierten. 

Einkaufsteams müssen daher unter allen Umständen Inklusion, Gleichstellung und Diversität sowohl in internen Abläufen als auch innerhalb der Lieferkette berücksichtigen, um zu mehr Stabilität und - bei richtiger Handhabung - zu mehr Vertragsabschlüssen zu gelangen. Angesichts der Tatsache, dass Regierungen und örtliche Behörden weltweit nach und nach D&I-Auflagen in die Wege leiten, die Unternehmen berücksichtigen müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, ist der Zeitpunkt zu handeln gekommen. 

Formalisiertere Verfahren führten zu einer ausgereifteren Implementierung von D&I-Maßnahmen in Schlüsselbereichen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Dieser Artikel untersucht die wichtigsten Vorteile der Implementierung und Integration von Diversität und Inklusion in Einkaufsprozessen und wie D&I-Nachweise erbracht bzw. realistische und erreichbare Ziele gesetzt werden sollten. 

Warum sollte D&I für Ihre Lieferkette Priorität haben?

Lieferanten gelten dann als diversifiziert, wenn sich ihr Unternehmen mindestens zu 51% im Besitz einer Einzelperson oder Gruppe befindet bzw. von ihr betrieben wird, die einer traditionell unterrepräsentierten Gruppe angehört. Dazu zählen auch kleine und lokale Firmen sowie Unternehmen im Besitz von Minderheiten, Frauen, Menschen mit Behinderungen oder LGBTQ+. 

Das Verfahren zur Diversitätsermittlung mit dem Ziel, derartige Veränderungen in Ihrer Lieferkette herbeizuführen, kann sich durchaus als zeit- und ressourcenintensiv herausstellen. Nichtsdestotrotz ziehen Unternehmen, die D&I in ihren Einkaufsstrategien Priorität einräumen, höchstwahrscheinlich einen langfristigen Nutzen daraus.

Eine inklusive Arbeitsplatzkultur fördert Innovation und Kreativität und setzt umfangreichste Fähigkeiten frei, was die Unternehmensleistung erhöht. Die Folge sind ein diversifizierter Denkprozess sowie umfangreichere Perspektiven und Auffassungen zur Problemlösung und Entwicklung neuer Ideen. Zudem besteht ein Zusammenhang mit Produktivitätssteigerungen und der Rekrutierung neuer Talente. 

Für den Einkauf bietet D&I eine ganze Palette an Vorteilen: von der Erzeugung von Transparenz und Vertrauen in Ihre Lieferkettenbasis bis zur Risikoeindämmung aufgrund breiter aufgestellter Lieferanten. Es mag Sie zudem überraschen, dass die Verankerung von D&I im Epizentrum Ihres Unternehmens Ihr Geschäft insgesamt beflügeln könnte, insbesondere wenn Sie sich um öffentliche Ausschreibungen bewerben.

Was sind die wichtigsten Vorteile der D&I-Implementierung in Einkaufspraktiken?

Gemäß US-amerikanischen Statistiken zum öffentlichen Sektor, entfallen beinahe 30% des Gesamtscores von Anbietern für US-Regierungsaufträge auf D&I. Dementsprechend profitieren Unternehmen dank entsprechender Zertifizierungen und Nachweise von einem Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern. Zahlreiche Betriebe, die die Kriterien für D&I-Ziele bereits erfüllen, müssen sich jedoch erst um die erforderlichen Zulassungen bemühen, um für derartige Aufträge infrage zu kommen. 

Im Juli 2021 veröffentlichte die U.S. Small Business Administration einen Pressebericht inklusive aussagekräftiger Grafik, aus der die Erfüllung von Vertragszielen nach D&I-Geschäftskategorien hervorging. 
 

Um D&I in Ihre Einkaufsstrategie einfließen zu lassen, sollten Sie:
 

  • Spezifische Ausgaben- und Diversitätskategorien gezielt planen, um Ihre Vorgehensweise auf die für Aufträge zu einem beliebigen Zeitpunkt relevanten Kriterien abzustimmen. Sie können dieses Augenmerk aber auch mit der Zeit anpassen.
  • In Ihrer Lieferkette für Transparenz sorgen und Ihre Lieferanten einer kritischen Beurteilung unterziehen. 
  • Die D&I-Entwicklung Monat für Monat nachverfolgen und den Fortschritt der Initiative beobachten. 
  • Die geografische Zusammensetzung Ihrer Lieferkette verstehen und entsprechend anpassen.


Wie können Sie D&I-Nachweise festlegen?

Lieferanten mit D&I-Legitimation zu identifizieren, kann Einkaufsteams mit einer potentiellen Zwickmühle konfrontieren – insbesondere, wenn benötigte Fähigkeiten für das Verständnis der unterschiedlichen Nachweise nicht im Unternehmen selbst vorhanden sind. Unsere Arbeit mit Klienten, bei der D&I-Nachweise rasch und effizient mit bestehenden Lieferanten verglichen wurden, ersparte Einkaufsteams monatelange Bemühungen. 

Das Festlegen von D&I-Nachweisen beinhaltet das Stellen von Informationsanfragen (RFIs) und das Auswerten von Lieferantennachweisen – ein zeitintensiver Prozess, der angesichts einer großen Anzahl an Lieferanten sehr viel Fingerspitzengefühl bedarf. Anfragen müssen detailliert genug sein, um die zur Beurteilung benötigten Informationen offenzulegen.

Diese detaillierte Darstellung ist ein Schlüsselelement während des gesamten RFI-Prozesses, sowohl für Ihr Unternehmen als auch für alle potenziellen Lieferanten, da es wichtig ist, eine Aufschlüsselung der Ausgaben vorzuweisen, um die Ausgaben mit diversen Anbietern entsprechend Ihren Bedürfnissen zu priorisieren. Durch Ausgabenabgleich - als Teil der von Efficio angebotenen Maßnahmen - lässt sich die Lieferantendatenbank analysieren, um einen holistischen Überblick über die Aufschlüsselung nach Jahresausgaben zu liefern. Bei der Abwicklung von Aufträgen erweist sich das als äußerst nützliche Praxis, beispielsweise wenn es um den Nachweis geht, dass 25% Ihrer Direktkosten lokalen Lieferanten zugutekommen. 

Um US-Klienten ein Verständnis dafür zu vermitteln, welche Anbieter zertifiziert sind und wie sie den Bedürfnissen ihrer Lieferkette gerecht werden könnten, hat Efficio eine Auswahl an über 300 in Nordamerika ansässigen Agenturen zusammengestellt. Darunter sind Organisationen wie den Women’s Business Enterprise National Council, die Disabled Veterans Business Alliance und die United States Hispanic Chamber of Commerce, um die Einhaltung der Bestimmungen zu gewährleisten. 

Diese Informationen erwiesen sich für einen Klienten von Efficio als unschätzbar, der sich routinemäßig um öffentliche Aufträge bewirbt. Der Nachweis der richtigen Zertifizierungen und des diversifizierten Lieferantennetzwerks führte zu einer signifikant höheren Erfolgsquote bei Ausschreibungen und zu viel beeindruckenderen Reaktionen seitens der ausschreibenden Stelle.


Realistische und authentische Ziele setzen.

Der Schlüssel zu einer für Ihr Unternehmen angemessenen D&I-Strategie liegt im Verständnis darin, wie Sie D&I-Ziele auf Ihr spezifisches Szenario und die Lieferanten anwenden können, mit denen Sie zusammenarbeiten. 

Dieses Eindeutigkeits- und Transparenzniveau lässt sich womöglich nur mit einem objektiven und bisweilen recht kritischen Blick erreichen. Dieser ermöglicht Ihnen, genau zu bestimmen, wo Sie Änderungen vornehmen müssen, um das Ziffernblatt zu bewegen. Am Beispiel einer unserer Klienten führten diese Änderungen zu einem reibungsloseren Ausschreibungsverlauf und insgesamt besseren Ergebnissen. Dies unterstützte sie, eine proaktive statt wie zuvor eher reaktive Herangehensweise und Umsetzung von D&I-Parametern zu etablieren. 

Transparenz ist das A und O beim Entwurf Ihrer Strategie. Sie sorgt dafür, dass die von Ihnen angestrebten Ziele nicht nur realistisch sind, sondern sich auch mit Ihren Bedürfnissen und Zielsetzungen decken. Versuchen Sie beispielsweise, eine Qualifikationslücke zu schließen? Die Produktion kosteneffizienter zu gestalten? Lokale Arbeitskräfte einzusetzen, um raschere Ergebnisse zu erzielen? 

Was gilt es bei der Festlegung von D&I-Zielen für Ihre Lieferkette insbesondere zu beachten?

Stehen Sie vor der Notwendigkeit:

  • Eine Qualifikationslücke schließen?
  • Gestalten Sie Ihre Produktion kosteneffizienter? 
  • Lokale Arbeitskräfte einsetzen, um raschere Ergebnisse zu erzielen? 
  • Förderung der Innovation durch neue Lösungen alternativer Lieferanten?
  • Multiple Kanäle für die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen?
  • Vorteile aus neuen Möglichkeiten zur Geschäftsausweitung zu ziehen?
  • Beim Recruiting neue Talente auf sich aufmerksam machen?

Sich die für diese Fragen nötige Zeit zu nehmen, erlaubt es Ihnen, Ihre Ziele rund um die richtige Methodik herum auszurichten. Dennoch kann ein zu starkes Augenmerk auf überflüssige Ziele dazu führen, dass Unternehmen andere Verfahrenselemente sowie das alles überspannende große Ziel aus den Augen verlieren. Sobald die Ziele festgelegt sind, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um sie zu erreichen, und durch regelmäßige Kommunikation sicherstellen, dass Ihre internen und externen Stakeholder mitziehen. 

Zukunftsaussichten

In der Hoffnung auf beschleunigten Mehrwert versuchten vor der Pandemie immer mehr Unternehmen, ihre Lieferanten zu konsolidieren und die Zahl ihrer wichtigsten Anbieter zu beschränken. In den darauffolgenden Monaten änderte sich die Lage: Unternehmen setzen nun alles daran, ihre Basis über Regionen hinweg zu diversifizieren und das Risiko innerhalb der Lieferkette zu verringern. 

Diese Verhaltensänderung betrifft nun auch den Umgang von Firmen mit langfristigen Handelspartnerschaften. Statt lediglich die Preise bevorzugter Lieferanten über längere Zeiträume hinweg einzufrieren, handeln Unternehmen hybride Preisvereinbarungen aus, um Risiken besser handhaben zu können. Das steigert die Flexibilität bei der Zusammenarbeit von Unternehmen mit ihren Lieferanten und zur Anpassung ihrer Lieferanten an D&I-Zielsetzungen.

In Nordamerika wächst die Zahl der Aufträge rund um Diversität und Inklusion. Und obwohl weder Großbritannien noch die EU über spezifische Ziele oder einheitliche Bestimmungen verfügen, sind strengere Auflagen – insbesondere seitens der öffentlichen Hand – wohl nur eine Frage der Zeit. Auch eine geografische Ausbreitung dieser Auflagen in Europa und Asien ist denkbar, da D&I ein immer wichtigerer Teil der sozialen Unternehmensverantwortung wird.

Am bedeutsamsten ist aber womöglich, dass der Trend eindeutig zu Unternehmen geht, die die anzustrebenden Ergebnisse klar vor Augen haben, wenn sie D&I-Ziele festlegen, welche branchenübergreifende Transparenz erleichtern und das Setzen und Erreichen von Zielen sicherstellen. 

Jetzt ist die beste Zeit, um in ein diversifizierteres und inklusiveres Anbieterprogramm zu investieren – jetzt, da globale Lieferkettenprobleme Unternehmen bereits dazu veranlassen, ihre Einkaufsprozesse und Lieferantennetzwerke zu evaluieren. Einerseits verlangen Endkunden und Verbraucher von den unterstützten Unternehmen diversifiziertere Herangehensweisen, andererseits ergeben sich wesentliche wirtschaftliche Vorteile. 

Neue Perspektiven, eine breitgefasste und diversifizierte Anzahl an Lieferanten sowie innovative Herangehensweisen können dazu beitragen, dass Ihr Unternehmen wächst und mehr Aufträge an Land zieht - und das in einer Zeit, in der neue Denkweisen dringend gebraucht werden.

Was halten Sie davon?

Was ist der Hauptgrund, warum Sie denken, dass Ihr Unternehmen weiter in D&I investieren sollte?

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